Zu wenig Muttermilch? TCM Ernährung anstatt abstillen!

Bist du besorgt, dass dein Baby nicht genug Milch bekommt? Möchtest du deine Milchproduktion ankurbeln? Hast du öfter Probleme mit Milchstau?

 

Als ich zu stillen begann war ich ständig in Sorge, dass mein Sohn nicht genug Milch bekommt.

Es ist ja allgemein bekannt, dass viele Mamas zu stillen aufhören, weil sie daran zweifeln, dass ihre Babys genug Milch bekommen.

Beginnt man erst mal Pre-Milch zuzufüttern, geht es leider oft mit der Muttermilch bergab, weil die Milchbildung nicht mehr ausreichend angekurbelt wird.

Saugverwirrung und das leichter fallende Trinken von der Flasche kommen oft noch erschwerend hinzu.

 

Bevor ich Mama wurde, war ich in dem Glauben, dass man entweder stillen kann, oder eben nicht – Schwarz oder Weiß.

 

Ich hatte ja keine Ahnung, dass es „Fifty Shades of Grey“ dazwischen gibt! 🙂

Damit deine Stillerfahrung von Anfang an entspannt ist und du diese erste Zeit mit deinem Baby richtig genießen kannst, möchte ich dir folgende TCM Tipps mit auf eure gemeinsame Reise geben:

Bevor es losgeht, möchte ich aber noch darauf hinweisen, dass die folgenden Tipps natürlich nur sinnvoll sind, wenn eure „Stilltechnik“ zwar stimmt, aber trotzdem wenig Milch produziert wird. Wenn du dir nicht sicher bist ob dies der Fall ist, dann wende dich bitte an eine Stillberaterin.

Solltest du dir außerdem Sorgen machen, dass dein Baby nicht genug Milch zu sich nimmt und es abnimmt, dann wende dich bitte umgehend an eine Hebamme oder deinen Kinderarzt!

 

Köstliche Hühnerbrühe für das Wochenbett und die Stillzeit

In China gibt es viele alte Traditionen um das Wochenbett, die mehr oder weniger sinnvoll sind. Diese hier möchte ich dir aber ans Herz legen!

Laut TCM wird Muttermilch durch die Umwandlung von Qi und Blut hergestellt.

Schwangerschaft und Geburt kosten Mamas viel Qi, Blut und Jing. Der entstandene Mangel kann zu Schwäche, Wochenbettdepressionen und Milchmangel führen.

Die Hühnerbrühe ist ein altbewährtes Hausmittel in China und wirkt für die Erholung der Mutter wahre Wunder.

Sie tonisiert Qi und Blut. wärmt die Mitte und das Jing wird wieder aufgefüllt.

Die Brühe kann vor der Geburt gekocht und in Gläser eingekocht werden – hier können zukünftige Omas, Tanten aber auch Papas mithelfen.

Nach der Geburt morgens, mittags und abends eine Tasse trinken und beliebig lange, aber zumindest 1 Monat fortsetzten.

Hier gehts zum Rezept.

 

Hast du Lust auf Süßes?

Durch das Stillen und die rund um die Uhr Versorgung des Babys, hast du einen besonders hohen Energiebedarf. Außerdem regt der süße Geschmack die Milchbildung an. Achte also auf Qi-reiche Nahrung.

 

Aber ACHTUNG! Weißer Zucker raubt dir mehr Energie als er zuführt!

 

Hochwertige Getreide wie Reis, Hirse, Polenta, zu süßen Aufläufen verarbeitet, stärken die Mitte und befriedigen dein Bedürfnis nach Süßem. Dazu eignen sich Kompotte aus heimischen Früchten wunderbar.

Als Süßungsmittel anstatt weißem Zucker kannst du z.B. Honig, Kokosblütenzucker, Birkenzucker, Stevia, Reissirup, Gerstenmalzsirup, Ahornsirup, aber auch Vollrohrzucker verwenden.

 

Mit diesen Nahrungsmitteln kannst du die Milchbildung fördern

Damit dein Körper nach Bedarf Milch für dein Baby produzieren kann, benötigt er wärmende, energiereiche und saftige Nahrungsmittel.

Wie schon erwähnt wird in der TCM Muttermilch durch die Umwandlung von Qi und Blut hergestellt.

Dein Verdauungssystem gewinnt Qi aus der Nahrung. Deshalb ist es so wichtig, einerseits dein Verdauungssystem (die Mitte) stark und funktionstüchtig zu erhalten und andererseits, Nahrungsmittel reich an Qi zu dir zu nehmen.

Nahrungsmittel welche die Bildung von Muttermilch fördern:

 

  • Alfalfasprossen (dürfen beim selbstkeimen erst nach dem 7 Keimtag gegessen werden!)
  • Eigelb
  • Erdnüsse (z.B. als Erdnussmus)
  • Haferflocken ( Porridge)
  • Holunderbeeren, schwarz
  • Huhn (besonders als Suppe)
  • Karotten
  • Karpfen (als Suppe)
  • Lammfleisch (besonders als Suppe)
  • Mangold, gedünstet
  • Pilze
  • Polenta
  • Reis (Rundkornreis oder Süßreis)
  • Rote Rüben
  • Rindfleisch (kleine Mengen, oder als Suppe)
  • Salat (als Beilage zu einer warmen Mahlzeit)
  • Schweinefüße (als Suppe)
  • Sellerie
  • Sesam (z.B. als Sesammus)
  • Spinat, gedünstet
  • Süßkartoffeln

 

Mit diesen Getränken kannst du die Milchbildung fördern

Ausreichendes Trinken ist während dem Stillen enorm wichtig, denn ja, Muttermilch ist eine Flüssigkeit, die von deinem Körper produziert wird und dazu muss er vorher auch Flüssigkeit aufnehmen.

Aber ACHTUNG! Trinkst du zu viel, können durch das häufige Wasserlassen, Hormone die die Milchbildung beeinflussen ausgeschwemmt werden und die Milchmenge sogar negativ beeinflussen.

Du richtest dich am besten nach deinem Durstgefühl und zwingst dich nicht darüber hinaus zu trinken.

Getränke welche die Bildung von Muttermilch fördern:

  • Stilltees (enthalten meist Fenchel, Kümmel, Anis, Bockshornkleesamen)
  • Brennnesseltee
  • Gerstenwasser
  • Hafermilch
  • Malzbier (alkoholfrei)
  • Suppen (Hühnersuppe, Karpfensuppe, Suppe von Schweinsfüßen)
  • Ziegenmilch

 

Welche Nahrungsmittel und Getränke hemmen die Milchbildung?

Kälte führt zu Stagnation, saure Nahrungsmittel wirken zusammenziehend und bittere Nahrungsmittel trocknen den Körper aus.

Deshalb sollten Nahrungsmittel die thermisch kalt, sauer oder bitter sind gemieden werden.

Nahrungsmittel und Getränke die du meiden solltest:

  • kalte/gekühlte Getränke
  • Schwarztee
  • Grüntee
  • Salbeitee (hemmt die Milchbildung)
  • Pfefferminztee (hemmt die Milchbildung)
  • Zitronenverbenentee (hemmt die Milchbildung)
  • Kaffee
  • Rohkost
  • Eis
  • Essig
  • Mineralwasser
  • saures Obst
  • saure Früchtetees
  • Säfte aus Südfrüchten
  • Scharf gewürzte Speisen (Chili, Knoblauch, Zwiebel
  • weißer Zucker

 

Was du bei Milchstau tun kannst

Bis sich Angebot und Nachfrage an Muttermilch nach der Geburt eingependelt haben, kann es vorkommen, dass mehr Milch gebildet wird als das Baby trinkt – es entsteht ein Milchstau.

Später kann innere oder äußere Kälte zur Stagnation der Milch führen und auch einen Milchstau verursachen.

Ärger, Stress und Frustration sind häufige Begleiter der ersten Monate mit Baby, in denen sich die Familie erst aneinander gewöhnen und neu strukturieren muss.

Dadurch kann das Leber Qi stagnieren, was auch den Milchfluss stagnieren lässt oder die Milchproduktion verringert.

Hausmittel bei Milchstau:

  • Salbeitee
  • Zitronenverbenentee
  • Pfefferminztee
  • Aloe Vera Saft
  • Gerstenwasser (lässt die Milch besser fließen, auch gut zur Vorbeugung)
  • warme Bäder (zur Entspannung und gegen Kälte)
  • ausstreichen der Brust
  • Wickel mit Honig (entzündungshemmend)
  • Wickel mit Topfen (entzündungshemmend)
  • Löwnzahntee bei Brustdrüsenentzündung
  • Mediation, Entspannungsübungen

Aber ACHTUNG, aus einem Milchstau kann schnell eine Brustdrüsenentzündung werden und damit ist nicht zu spaßen!

Solltest du zusätzlich zu einer schmerzenden, roten und verhärteten Stelle an der Brust, Symptome wie Fieber, Kopf- und Gliederschmerzen, Frösteln und Erschöpfung bemerken, dann wende dich UMGEHEND an einen Arzt!

Abschließend wünsche ich dir Ruhe und Kraft in dieser magischen, aber auch herausfordernden ersten Phase der Mutterschaft.

Genieße jeden Moment, wenn er auch noch so anstrengend ist, denn du wirst bald voll Wehmut daran zurückdenken. 🙂

Meine Stillerfahrung mit meinem Sohn war bei Gott nicht einfach – jeder Tropfen war hart erkämpft. Trotzdem haben wir es 20 Monate geschafft und letztendlich ist uns beiden der Abschied nicht leicht gefallen.

Herzlichst,

Bettina

P.s.: Bitte hinterlass mir unbedingt einen Kommentar über deine Erfahrungen mit dem Stillen und was dir hilft oder geholfen hat! Und wie immer gilt: BITTE, TEILEN; TEILEN; TEILEN damit vielen Mamas geholfen wird. DANKE

 

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